Vieles von dem, was gemacht werden sollte, könnte jede vernünftige Großmutter ohnehin erzählen. Aber die gute Idee, dass sich der Westen zunächst selbst ändern sollte, bevor er andere Länder verändert, braucht zur Realisierung führende Köpfe, einflussreiche Intellektuelle in allen Bereichen. Es ist eine traurige Realität, dass Entscheidungen sehr oft über die Köpfe der Bürger hinweg getroffen werden. Um Veränderungen zu erreichen, muss „Imagine“ so formuliert werden, dass dies auch bei Politikern und Geschäftsleuten ankommt. Deshalb finde ich es gut, dass Fukujama sein neues Buch geschrieben hat, auch wenn er vielleicht in manchen Bereichen nur ein paar Binsenweisheiten neu formuliert hat.

Ich glaube schon, dass es möglich sein müsste, einen Teil der Schwerter in Pflugscharen umzuschmieden. In der UDSSR lagern noch aus der Zeit des Kalten Krieges massenhaft gefährliche MWD`s verschiedenen Ursprungs (Readers Digest, August 2003). In diesem Artikel steht, dass mit Geld und internationaler Unterstützung in Gorny eine Chemiewaffenvernichtungsanlage errichtet wurde. Dies ist ja sehr lobenswert, aber sollte man nicht in diesem Sinn zunächst bereits vorhandene gefährlichen „Schrotthaufen“ sichern bevor man für teures Geld brandneue und zum Teil irrational schreckliche Waffen erzeugt?

Es fehlt an der Umsetzung an sich guter Ideen. Der Umstieg z.B. auf Alternativenergien kann sich nicht erfolgreich gestalten, wenn keine wirklich durchstrukturierten Programme nicht nur erstellt, sondern auch in der Öffentlichkeit geschickt präsentiert werden und genug Freiraum für Übergangslösungen bleibt. Deshalb sollte man mit diesen notwendigen Veränderungen lieber heute anfangen als morgen. Sie schreiben über die Verbindung von Wirtschaft und Politik. Diese gestaltet sich in der Praxis oft unschön – ganz klar. Obwohl dies deutlich stört, existieren kaum konkrete Handlungsvorschläge, was sich dagegen tun lässt. Dies ist eigentlich traurig.

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