G.B. denkt nicht freiwillig an einen realistischen Rückzug. Jeder Tag Besatzung im Irak kostet horrendes Geld. Wie dies Richard Perle einmal bei Gelegenheit sehr passend formulierte, ziehen Demokratien nicht gerne in den Krieg. Für über 10 Millionen Amerikaner gehört „Nahrungsunsicherheit“ zum Alltag, verzweifelte Soldatenmütter wie Cindy Sheehan folgen G. B. wie ein Schatten. Nicht gelöst sind Gesundheitsprobleme der Kriegsveteranen. G.B. sen. konnte nur vier von acht möglichen Jahren als Präsident regieren. Er verlor damals die Wahlen, da sich bereits die Kriegspolitk des zweiten Golfkrieges für einfache US-Bürger zu einer Belastung auswuchs. Ich bezweifle ja gar nicht die Integrität vieler, die G.B. folgten, in der Hoffnung, dass sich für die armen Leute in den islamischen Diktaturen die Lebensumstände verbessern. Aber während die US-Soldaten im WWII tapfer kämpften, als Besatzungsmacht verhältnismäßig sympathisch auftraten und hinterher ein Marshall-Plan beim Wiederaufbau in Europa half, wurde dieser Einsatz durch Korruption, Skandale und zum Schluss durch Mangel an Mitteln verpfuscht. Sicher erzeugte es den Idealfall, noch Truppen und Geld in den Irak zu pumpen, damit in diesem Land wieder Ruhe und Ordnung einzieht. Aber beides steht momentan einfach nicht zur Verfügung. Es entspricht doch auch den Tatsachen, dass nicht nur im Irak, sondern auch in Afghanistan nicht gelöste militärische Konflikte vorhanden sind. Ist es nicht geschickter, wenn G. B. zumindest einen geordneten Rückzug versucht, bevor die USA immer mehr in eine Wirtschaftskrise hineinschlittern und sich das Verhältnis zu den islamischen Nachbarstaaten noch mehr verschlechtert, als dies ohnehin der Fall ist? Außerdem kann man sich doch kaum vorstellen, dass sich die USA restlos zurückziehen, denn nach dem Golfkrieg II verblieb ja auch eine Schutzmacht in Saudi Arabien..

1. Dezember 2006, 17:32 Uhr

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